Samstag, 16. April 2011

... das Ende naht

Das ist jetzt wohl der letzte Eintrag auf dieser Reise. Ich sitze vor meiner gepackten Tasche  (ich  bin ganz stolz, so wie es sich anfühlt werde ich kein Übergepäck haben!) und morgen geht es früh mit dem Bus von Rotorua nach Auckland direkt zum Flughafen. Und übermorgen bin ich dann schon wieder in Deutschland! Das ist ein komisches Gefühl und irgendwie kann ich es mir noch nicht so richtig vorstellen. Ha, und diesmal fliege ich mit dem A380, das macht die 29 Stunden hoffentlich etwas erträglicher.
Eigentlich wollte ich ja immer noch viel mehr hier im Blog schreiben, aber meistens hat die Zeit oder die Internetkapazität dafür gar nicht ausgereicht. Ich habe mir eben meine letzten Berichte selbst durchgelesen und festgestellt, dass sie immer kürzer und knapper wurden. Aber nach einem Tag voller Eindrücke ist es schwer diese abends zusammenzufassen und das Erlebte wiederzugeben. Ich hoffe, es ist mir trotzdem gelungen euch an meinen Reiseerlebnissen teilhaben zu lassen (ohne euch zu langweilen). ;-)
Heute hab ich den letzten Tag ganz gemütlich ausklingen lassen. Es hat geregnet und so bin ich nur ins Museum gegangen und hab  mich in den Hotpool gesetzt.
Ach ja, gestern habe ich mich hier übrigens mit jemandem von den Kite Rookies Hannover getroffen, von dem ich zufällig mitbekommen habe, dass er auch gerade in Neuseeland und sogar im selben Ort ist. Wir haben sozusagen als Aussenkorrespondenten das Stammtischtreffen gehalten. :-) Und tagsüber habe ich mir in der Umgebung das vulkanische Umland angesehen: Vulkane, Krater, Kraterseen, Geysire, heiße Quellen in unglaublichsten Farben und ganze Seen, die brodeln und brodelnde Matschpools. Dieses geothermale Gebiet (Waimangu) ist das jüngste weltweit, denn erst 1886 wurde es völlig neu bei dem Vulkanausbruch des Mount Tarawera geformt. Ich habe eine Wanderung durch das Tal gemacht und man muss wirklich aufpassen wo man hintritt, denn überall brodelt und dampft es. In diesem Gebiet liegt schon 2 km unter der Erde eine Magmablase! Ich versuche das mal zu erklären: die dünne pazifische Platte kollidiert hier mit der indo-australischen Kontinentalplatte, erwärmt sich, schmilzt und drängt nach oben an die Vulkanoberfläche. Ich finde das hört sich alles nicht sehr beruhigend an, wenn man bedenkt was hier momentan so los ist mit den ganzen Erdbeben. Ach ja, heute habe ich auch endlich mal eins bemerkt. Zuerst dachte ich da fährt ein LKW neben mir vorbei, aber mitten im Park war weit und breit keiner zu sehen. Ist vielleicht ganz gut, dass ich morgen zurück komme. :-/  Wusstet ihr eigentlich, dass sich bei dem schlimmen Erdbeben in Japan die gesamte japanische Insel um 2,5 m verschoben hat?
Tschüüüüüss
Und esst alle gut auf, damit das Wetter auch gut ist in Deutschland! Hihi.

Mittwoch, 13. April 2011

Taupo von der Erde aus

Gestern habe ich mir dann wie versprochen ein Fahrrad geliehen und bin zu den Huka Falls und zu einem geothermalen Feld gefahren und hab mir dort die dampfenden Craters of the Moon angesehen. Unterwegs gabs noch eine heisse Quelle zum Baden. Das ganze war total anstrengend, weil es nur bergauf und bergab ging und ich teilweise das Rad auch noch tragen musste! Aber es war richtig schoen und hat die Muehen gelohnt.
Heute bin ich dann total durchgedreht und habe mich auf einen 18,5 km langen Wanderweg Tongariro Alpine Crossing begeben und bin dort am Kraterrand rumgekraxelt. Heute abend tut mir alles weh... meine Fuesse, Beine, Ruecken, Kopf... aber es war toll! Wir hatten tolles Wetter und es gab wahnsinnig schoene Aussichten zu bestaunen. Der Wanderweg soll der spektakulaerste Gebirgsweg in NZ bzw. sogar weltweit sein.  Soviel erstmal dazu...

Komisch, in 4 Tagen steige ich schon wieder in den Flieger nach Deutschland! Das ist momentan noch weit weg, aber glaubt mir, ich freue mich darauf! Auch wenn mich dann wahrscheinlich gleich wieder das Fernweh packt, bin ich froh euch alle wiederzusehen und mal wieder einen gemuetlichen Abend auf meinem SOfa zu verbringen (und dazu ein Schwarzbrot mit
Kaese zu essen!). ;-)

Liebe Gruesse
Franziska

Montag, 11. April 2011

Adrenaliiiin!!!

Hallo!
So, jetzt kann ich es ja sagen: Ich habs getan! Ich bin Fallschirm gesprungen!!!
Heute hier in Taupo und es war total geil! :))) Sorry Mama und Papa... ich weiss, das gipfelt in grobem Undank hoch 10! Aber dafuer koennt ihr auch tolle Fotos mit richtig guter Aussicht bewundern! ;-)
Auh wenn ih eigentlich nicht sicher war, ob ich das wirklich tun sollte, dachte ich mir, das ist jetzt die Gelegenheit. Denn ich hab schon ewig gedacht, dass es total toll sein muss... wenn da nicht der Moment vorher an der offenen Flugzeugtuer waere. Ich war ziemlich aufgeregt als es dann los ging, aber es war nicht so schlimm wie ich es mir vorgestellt hatte. Und ausserdem muss man ja nicht selber springen, sondern das uebernimmt der Tandemmaster fuer einen. Man wird also gesprungen. ;-)
Das Gefuehl ist unbeschreiblich wenn man an der Kante sitzt und die Beine baumeln aus dem Flugzeug raus. Und dann dieser freie Fall! Wahnsinn! Erstmal ist man nur geschockt, was man da gerade macht, dann realisiert man es und dann ist es toll und dann geht schon der Fallschirm auf und dann kann man in aller Ruhe die unglaubliche Aussicht geniessen. Ich hab sogar beide Kuesten gesehen. Der freie Fall aus 15.000ft hat ca. 50 Sekunden gedauert und nachdem der Schirm aufgegangen ist nochmal 3-4 Minuten bis wir unten waren. Das war echt ein krasses Erlebnis!
So, liebe Gruesse
jetzt bleib ich auh ganz brav und leihe mir morgen nur ein Fahrrad.

Machts gut
Franziska

Samstag, 9. April 2011

New Zealand, South Island

In letzter Zeit komme ich gar nicht mehr zum Schreiben, weil es so stressig ist. Morgens stehe ich früh auf, dann gehts mit dem Bus weiter in den nächsten Ort und dort gibt es meist irgendetwas zu machen, zu sehen oder manchmal muss man ja auch einfach nur einkaufen und Wäsche waschen. Und wenn man dann hier abends noch in einen Hot Pool spingen kann ist man auch schon wieder müde genug um schlafen zu gehen. :)
Also, ich rekonstruiere mal ein bisschen... von Greymouth sind wir zum Franz Josef Gletscher gefahren und haben eine Halbtagswanderung auf den Gletscher gemacht. Ausgerüstet mit Eis-spikes und Regenbekleidung ging es dann los. Auf dem Gletscher sind wir dann in eine dicke Regenwolke reingewandert und so konnte ich leider keine Fotos machen (meine Linse war klitschnass und beschlagen). Das war total unwirklich, ich weiß nicht wie ich es beschreiben soll, aber so einen Anblick kennt man nur aus dem Fernsehen! Trotz des Regens leuchtend blaues Eis, riesige Spalten und Eiswände nebeneinander... und wir sind mittendurch gelaufen!! Aber a...kalt wars! Und anstrengend. Abends bin ich danach noch zum entspannen in die Hot Pools gegangen, die wunderschön mitten im Wald gelegen sind. Und man liegt in 38°C warmen Wasser, um einen herum hübsch illuminierte Farne und Bäume und hört das Regenplätschern auf den Blättern über einem. Herrrlich!
Am nächsten Tag gings dann weiter in den Süden und etwas ins Inland für 2 Tage nach Queenstown, wo alle Adrenalinsüchtigen auf ihren Geschmack kommen. Hier gibt es alles vom Heli-biking über whitewater-rafting, Canyon-swing bis zu Bungy und skydiving natürlich. Ich hab aber nur ganz ordinär einen Ausflug zum Milford Sound ins Fjordland gemacht, welches hier der beeindruckendste Fjord sein soll. Wir sind mit dem Boot über den Fjord gefahren bis auf die Tasmanische See und haben Wasserfälle, Seerobben und natürlich gigantische Felswände bestaunt. Und danach hab ich mir noch den Hubschrauberflug über den Fjord mit Zwischenlandung auf nem Gletscher gegönnt (man ist ja nur einmal hier ;-)). Und das war echt der Knaller. Ok, ich glaube der Pilot war etwas verrückt (seinem Flugstil nach zu urteilen). Aber man hatte wirklch einen atemberaubenden Blick über die Fjorde von oben und dann so nah über die Bergkanten und Gipfel zu fliegen und plötzlich so einen riesigen Abgrund vor sich zu haben war der Wahnsinn!
Das nächste Ziel war dann Dunedin an die Ostküste, wo ich mir einfach nur ganz entspannt die Stadt angeguckt habe und abends bei Speights Beer eine Brauereibesichtigung gemacht habe. Nächsten Tag ging es weiter nach Lake Tekapo mit diversen schönen Stops u.a. an dem Strand mit den Boulders, diesen kugelrunden Felssteinen. Sieht aus als wenn da irgendwelche Riesen ihre Bowlingkugeln vergessen haben. Abends bin ich dann mal wieder in den Hotpools mit Blick auf den See abgetaucht.
Und gestern ging's weiter durch die Canterbury Plains über Christchurch gleich weiter nach Kaikura in den Norden. Christchurch ist wegen den Zerstörungen immer noch komplett aus dem Programm genommen. Und wir haben dort nur welche am Flughafen abgesetzt. Den Tag zuvor gabs übrigens schon wieder einen aftershock mit Stärke 4,0. Kaikura ist berühmt für seine großen Vorkommen an Delfinen, Walen, New Zealand Fur Seal, Pinguinen und Albatrossen. Die Bucht ist schön geschützt und direkt vor der Küste liegen im Meer wohl canyon artige Abgründe (bis zu 1600m tief!), die den Tieren besonders reichhaltiges Futter bieten. Im Sommer kommen wohl sogar Orkas in die Bucht um ihre Jungen zu gebären und sind dann wohl manchmal sogar vom Strand aus zu beobachten! Und gesurft wird hier im Sommer wohl auch eine ganze Menge. Aber jetzt ist es wirklich schon ganz schön kalt! Hat uns abends aber nicht vom Fish'n'Chips essen abgehalten. Lecker, aber warum muss das bloss so unglaublich fettig sein?! Naja, heute habe ich mich dann überreden lassen eine Tour mitzumachen um mit den Delfinen zu schwimmen. Fand ich eigentlich doof, weil ich das so kitschig finde und ich dachte man wird da irgendwo kurz ins Wasser gesetzt um eine handvoll angefütterte Delfine zu bestaunen. Also, das wars dann zum Glück nicht. Und es war total toll!!! Wir sind mit dem Boot rausgefahren (Wetterkonditionen waren moderat bis heavy und es saßen wieder einige mit dem Eimer da) und es hat gar nicht lange gedauert da hatten wir einen riesigen Schwarm an Delfinen um uns herum. Und man wusste gar nicht wo man zuerst hingucken sollte. Die waren überall! Und man hörte es immer nur aus allen Richtungen platschen weil die andauernd aus dem Wasser gesprungen sind. Ok, wir dann also mit Schnorchel, Brille und Flossen ins Wasser und wurden vorher instruiert wie wir möglichst viel von den Delfinen zu sehen bekommen. Wir müssten sie auf uns aufmerksam machen und ihr Interesse für uns gewinnen. 1. Arme am Körper anliegend wie ein Delfin schwimmen (haha) 2. Geräusche machen und durch den Schnorchel singen (ahaha) 3. Luftanhalten und kopfabwärts abtauchen. Nr. 3 fiel für mich aus, weil es echt richtig anstrengend war überhaupt in diesem klaten Wasser zu schwimmen, geschweige denn zu atmen. Aber die anderen beiden Varianten haben super geklappt und manchmal war es lustiger sich die bekloppten Schnorchler um sich herum anzugucken. Hihi. Aber dann waren ja doch die Delfine interessanter. Da waren so viele! Und die sind wirklich unglaublich neugierig und verspielt und schnell! Wenn man sich im Kreis dreht schwimmen die um einen herum. :) Die sind so nah an einem entlang geschwommen, dass ich die berühren konnte. Insgesamt waren wir 5 mal im Wasse, keine Ahnung wie lange, aber es wurde echt kalt irgendwann, trotz der dicken Neoprenanzüge. Und wir konnten sie noch ein bisschen vom Boot aus fotografieren.
So, morgen gehts weiter nach Picton und von dort aus setzen wir mit der Fähre rüber auf die Nordinsel nach Wellington.
Liebe Grüße (noch 9 Tage!)
Franziska

Samstag, 2. April 2011

Kiwi Land

So, nun bin ich in Neuseeland angekommen. Als allererstes ist mir hier aufgefallen, dass es gut riecht! Aber dafür ist es gleich um einiges kälter. Man kann locker die Winterjacke anziehen, sobald aber die Sonne rauskommt, ist man froh um jedes Kleidungsstück das man dann ausziehen kann. Die Sonne kommt mir hier viel stärker vor, als in Australien. Habe heute nach einer halben Stunde auf den Bus warten auch gleich meine Sonnenallergie statt Sonnenbrand gehabt (übrigens das 1. Mal auf dieser Reise).
Also, am Donnerstag abend bin ich spät in Christchurch angekommen, habe mich nur noch im Hotel ins Bett gelegt (ich musste übrigens Steinchen an die Scheibe werfen, damit mich noch jemand reinläßt), weil ich am nächsten Morgen gleich früh mit dem Zug (Tranzalpine Scenic Rail) durch die Alpen der Südinsel an die Westküste gefahren bin. In Christchurch ist nach wie vor das gesamte Stadtzentrum gesperrt und am Rand davon und auch immer wieder mal zwischendurch sieht man zusammengefallene Häuser, aufgeribbelte und zusammengeschobene Straßen und Baustellen über Baustellen. Da wird einem erst das Ausmaß bewusst. Es ist schon etwas anderes wenn man davor steht und nicht nur aus der Zeitunng die Bilder sieht. Als ich dann morgens mit dem Taxi zum Bahnhof gefahren bin und mich mit dem Taxifahrer unterhalten habe, fragt er mich so, ob ich die Aftershocks gemerkt hätte!! Ähm, nee... Die wären so gegen 3 Uhr nachts in einer Stärke von 4,5 gewesen! Gut zu wissen, dass ich auch bei einem Erdbeben nicht aufwache!
Mit der Eisenbahn gings dann nach Greymouth und von dort aus mit dem Bus ein kleines Stück weiter nach Punakaiki zu den Pancake Rocks. Dieser Küstenabschnitt kann übrigens locker mit der australischen Great Ocean Road konkurrieren. Heute bin ich dann die Busroute gestartet mit so einem Hop On - Hop Off Bus, mit dem ich hier über die Inseln düsen kann. Und morgen geht es dann weiter an der Westküste in den Süden. Ziel ist dann der Franz Josef Gletscher.
Und jetzt gehts ins Bett,

gute Nacht!
Franzi

Mittwoch, 30. März 2011

Roadtrip Teil 2

Also von Cooper Pedy sollte es dann weitergehen zum Kings Canyon = gut 800 k's (wie es in Australien heißt) = 10 Stunden Busfahrt lagen vor uns. Wir also extra um 5 Uhr aufgestanden um vor der Mittagssonne möglichst weit zu kommen, da macht der Bus (sie hieß übrigens Binga) schlapp bzw. hat ganz schrecklich nach verbrannten Kabeln gestunken. Whales hat sich also unter den Bus geschmissen, konnte aber nichts finden. Also sind wir losgefahren, nach 10 Minuten aber umgedreht, weil es immer schlimmer wurde und Whales freundlicherweise vermeiden wollte mitten im Nichts irgendwo auf diesen 800 km liegenzubleiben. Der Bus wurde von einem Mechaniker durchgecheckt, wir haben uns wieder in die Betten gelegt und konnten nach 1,5 Stunden wieder aufbrechen. Der Mechaniker konnte nichts finden. Die nächsten 5 Stunden ist auch nichts aufregendes passiert, aber dann fiel plötzlich das Radio aus und danach die Klimaanlage! Hrrrg. Und beim nächsten Pinkelstop sprang Binga nicht mehr an. Von da an mussten wir also jedes Mal den Bus anschieben. :D Also musste der Plan wieder umgeschnissen werden und wir sind nicht zum Kings Canyon gefahren, sondern zum Uluru, denn gab es den einzigen Mechaniker weiit und breit. Abends endlich angekommen haben wir unser Camp auf einem Campingplatz nähe des Uluru aufgeschlagen. Binga konnte leider nicht geholfen werden, denn genau das Teil das hätte ausgetauscht werden müssen, wurde gerade 3 Tage vorher woanders verbaut. Also weiter anschieben und schwitzen. Pünktlich zum Sonnenuntergang haben wir es dann aber noch zum Uluru geschafft und haben dazu gepicknickt undbei einem Glas Wein diesen tollen Anblick genossen. Auf dem Rückweg haben wir dann festgestellt, dass Binga auch kein Licht mehr hatte. Aber nach Hause haben wir trotzdem gefunden. Diese Nacht war dann schon etwas aufregender, denn diesmal sollten wir den Swag (Riesenschlafsack mit einer kleinen Matte, in den man sich mit seinem eigenen Schlafsack reinlegt; ist sogar regenfest) nach Schlangenund Spinnen absuchen bevor wir reinkriechen, im Dunkeln nur noch mit festem Schuhwerk rumlaufen und wegen den Dingos unsere Schuhe mit in den Schlafsack nehmen!! Ok.... Ach ja und falls wir von einer Schlange gebissen werden, sollten wir Whales auf gar keinen Fall wecken bevor nicht 5 Minuten vergangen sind. Denn wenn uns die Kings Brown beißt, wären wir eh nach 3 Minuten tot und er könnte vorher nichts für uns tun! So mag ich die Australier! Die Nacht war toll und der Sternenhimmel war traumhaft. Morgens sind wir wieder um 5 Uhr aufgestanden und haben uns den Uluru zum Sonnenaufgang angeguckt. Danach sind wir zum Kata Tjuta und haben eine 3 Stunden Wanderung durchs Valley of the Winds gemacht. War richtig anstrengend, aber total schön. Danach gings dann weiter zum Aboriginal Culture Center am Uluru und auch noch direkt zum Uluru und haben einen kleinen Walk (Mal Walka) gemacht auf dem uns einige Stätten und deren Bedeutung für die Abos erklärt wurden. Und man kann es sich nicht vorstellen, dass ein Fels so schön ist! Von weitem ist er schon toll, in welchen Farben er leuchtet, aber wenn man direkt am Uluru ist, quasi zum Anfassen, ist es wirklich unglaublich beeindruckend! Tolle Farben und Formen und das alles "nur" von der Natur geschaffen! Man kann gar nicht weggucken.
Am nächsten Tag haben wir dann noch mal eine große Wanderung von 10 km um den gesamten Uluru gemacht. Ich trau mich gar nicht zu sagen wieviele Fotos ich gemacht habe!
Mittags ging es dann weiter zum Kings Canyon, nachdem wir Ersatz für Binga bekommen haben. Und wieder 250 KM fahren...Dort haben wir dann noch unser Camp aufgeschlagen, Holz gesammelt und ein Lagerfeuer angemacht. Nächsten Morgen gings dann wieder früh zum Sonnenaufgang zur Wanderung durch den Canyon. Danach habe ich dann noch den Helicopter Flug und eine Quadtour gemacht! :)))) Man ist ja nur einmalim Leben dort! ;-)
Dreckig, veschwitzt und staubig wie ich war mussten wir dann los, die letzten 450 km nach Alice Springs hinter uns bringen. Dort hab ich dann eine Nacht im Hostel geschlafen und bin am nächsten Tag nach Adelaide zurückgeflogen. Alice Springs selber ist erschreckend hässlich in dieser schönen Umgebung. Und genauso erschreckend sind die Massen an Abos, die dort auf den Straßen und Parks rumlungern, Oberkante mit Alkohol und Drogen. Krank, traurig, apartisch, perspektivlos, leer im Blick und absolut nichts zu verlieren ist das so ein elendiger Anblick. Überall wird man gewarnt nicht alleine dort herumzulaufen. Das ist wirklich ganz schrecklich!!
So, es ist mal wieder Zeit fürs Bett. Morgens gehts nach Neu Seeland. Die Tasche ist schon so gut wie gepackt. Wahnsinn wie die Zeit rennt! Eigentlich will ich hier gar nicht mehr weg. Ich hab mich mittlerweile echt an Australien gewöhnt und es gibt hier noch soviel zu sehen!! Im Moment tröstet mich nur, dass alle so von NZ schwärmen...
Gute Nacht
Franziska

Dienstag, 29. März 2011

Roadtrip Adelaide - Alice Springs

Letzten Dienstag ging es dann also morgens um 6 Uhr los und der Bus hat uns alle (18 Leute) in den Hostels eingesammelt. Whales - unser Guide, Fahrer, Chef, Seelentröster, Pfarrer, Doctor, Trauzeuge und was nicht noch alles für die nächsten 7 Tage - warnte uns gleich wer keine Spinnen, Schlangen, Dreck und Hitze verkraftet hat jetzt noch Gelegenheit auszusteigen...
Nach knapp einer Stunde Fahrt bekamen wir langsam den ersten Eindruck von dem vielen Nichts das uns erwartete! Mittags haben wir dann in einer der raren "Städte" Halt gemacht und die Einkäufe für die Woche getätigt und uns von der Zivilisation verabschiedet. D.h. Handy abgeschaltet! :D
Über Port Pirie, Stirling, Snowtown (welches übrigens weltweit mit seinen gefühlten 50 Einwohnern die Hauptstadt der Serienkiller sein soll) sind wir zu den Flinders Ranges gefahren und haben in Parachilna unser erstes Nachtlager aufgeschlagen. Diesmal haben wir noch in einem Haus mit Betten übernachtet, aber das Lagerfeuer abends hat uns schon mal gut auf die nächsten Nächte eingestimmt. Morgens sind wir dann in den Flinders Ranges wandern gegangen und mussten 150 km wieder zurück nach Port Augusta fahren, da der Oodnadatta Track (der zu den unsealed roads, also unbefestigten Straßen gehört) wegen starker Regenfälle gesperrt war. Also wieder zurück zum Highway und weiter nach Coober Pedy. Und wieder viele Stunden die wir da im Bus verbracht haben mit schlafen, lesen und was man noch alles so machen kann. Die Landschaft um uns wurde immer trockener aber trotzdem ist alles grün! Das Outback blüht und zwar in so vielen unterschiedlichen Grüntönen! Total schön! Ganz viele Känguruhs und Emus haben wir in den Flinders Ranges gesehen. Je weiter wir ins Outback gefahren sind um weniger wurden es. Dort liefen dann eher Kamele, Kühe und Brumbies (die Wildpferde) rum sowie Vögel in allen Formen, Größen und Farben und Lizzards (wie z.B. dieser kleine Devildragon auf dem Foto (wegen dem Whales übrigens eine Vollbremsung auf dem Highway gemacht hat um ihn uns dann zu zeigen - und ich hatte immer Angst dass er am Steuer einschläft auf dieser elendig monotonen Straße. Tsss!).
Das Wetter wurde immer besser, schon kurz nach Adelaide hatten wir nur noch strahlenden Sonnenschein und es wurde auch langsam wieder wärmer. Oder besser gesagt, die Sonne wurde wieder stärker aber abends ist es immer ziemlich kalt geworden. Tagsüber hatten wir glaube ich Glück, es war nie wirklich wärmer als 30°C und somit echt angenehm. Ich glaube bei 45°C im Sommer ist das nicht auszuhalten.
Während der Fahrt hab immer versucht zu lesen, aber ich war meistens so fasziniert von der Landschaft, dass ich nur aus dem Fenster geglotzt habe. Diese Kontraste sind so schön! Die vielen Grüntöne, der strahlend blaue Himmmel und die leuchtend rote Erde!
Nachmittags sind wir dann in Coober Pedy angekommen, der Hauptstadt der Opale! Schon kilometerweit vorher kündigen sich die Minen an, denn überall bis zum Horizont ist die Erde mit hellen Erdhaufen bedeckt. Und dann ist da plötzlich eine Stadt mitten in der Wüste, mitten im Nichts! Geschlafen haben wir wie die Locals unterirdisch in einer alten Mine bei angenehmen 24°C. Die Stadt - also die Hauptstraße ;-) - besteht eigentlich nur aus Juwelieren, die ihre Opale anbieten, meist bekommt man dazu gleich noch das Familienalbum unter die Nase gehalten und ein paar Geschichten erzählt, wie der Granfather nach Coober Pedy kam und sein Glück als Opalminer versucht hat. Und dann weiß man auch, dass der der einem gegenüber steht tatsächlich dort lebt und viel schlimmer noch dort auch aufgewachsen ist! Man steht also in so einem alten, verstaubten Juweliersladen, im Hintergrund dudelt die Countrymusik, das Häkeldeckchen vonn 1973 liegt auf dem Tresen und genau den Charme haben auch die meisten Schmuckstücke (!!!) in denen die kostbaren Opale verarbeitet sind. Und da wundern die sich, dass sie trotz Opalen noch und nöcher keinen reibach machen?!? Die Australier haben echt einen Sprung in der Schüssel! :D Aber das läßt sich wahrscheinlich nicht vermeiden wenn man in Coober Pedy lebt. Ach ja, und dann gibt es ja auch noch eine Tankstelle in Coober Pedy und zwei Telefonzellen (eine davon geht aber nicht), eine unterirdische katholischhe Kirche, einen Generalstore der von Eis, über Autoersatzteile, 3 Tage alte Tageszeitungen, Lebensmittel und Hüte mit Fliegennetzen verkauft und natürlich Pubs! In den 3 Straßen drumherum gibt es dann nur noch Autowerkstätten und Minen. Wohnhäuser gibt es nicht wirklich, die 1500 Einwohner verkriechen sich alle unterirdisch. Skurril! Nachmittags haben wir dann noch eine stillgelegte Mine inklusive eine Wohnhöhle besichtigt und haben uns im "noodling" probiert. D.h. die zu Tage beförderten Erdhaufen (da liegt ja genug rum am Straßenrand) nach Opalen durchsucht. Und ich hab auch tatsächlich ein Ministückchen gefunden! Und dann waren wir noch bei einem Ehepaar, das durch Straßenunfälle verwaiste Känguruhbabies mit der Flasche aufzieht. Verdammt, die sind sooo süß diese kleinen Viecher!
So, morgen wird weitergschrieben, ich muss jetzt erstmal schlafen...
Gute Nacht!
Franziska